Was beruhigt deine Nerven?

Hallo du lieber Mensch,

heute geht es um dich und dein Nervensystem. Lass mich als erstes versuchen, dir hier einmal in Kürze zu erklären, was das überhaupt ist. 

Dein Nervensystem besteht aus deinem Gehirn und den daraus entspringenden peripheren Nerven. Diese Nerven ziehen von deinem Gehirn durch deine Wirbelsäule (Rückenmark) bis hin zu jedem Muskel, Organ und deiner Haut. Dein gesamter Körper ist über diese Nerven gesteuert. Teilweise bewusst und teilweise unbewusst. Du kannst es dir so vorstellen: Jede Bewegung, jeder Gedanke, jede Stimmung. Alles beginnt in deinem Nervensystem.

Mit dem Wissen, dass dein Nervensystem so viel für dich tut, stellt sich doch die Frage: Was kannst du für dein Nervensystem tun? Sodass es im Rückkehrschluss auch dir gut geht. Denn du bist nicht dein Nervensystem. Du sitzt nur tief in deinem Körper und beobachtest alles das, was es tut. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich gebe dir hier 8 Möglichkeiten, dein Nervensystem zu beruhigen und dadurch innere Ruhe und mehr Gelassenheit zu finden.

1. erholsamer Schlaf

Nichts beruhigt unser Nervensystem so, wie erholsamer Schlaf. Doch besonders an Tagen wie diesen, in denen wir uns wenig bewegen und viel Medien konsumieren, ist das leichter gesagt als getan. 

Tipps: 

  1. Schaffe Routinen. Gehe immer zur selben Zeit schlafen und stehe am besten auch zur selben Zeit auf. Dein Körper ist ein Gewohnheitstier und wird so besser zur Ruhe finden. 
  2. Überlege dir gut, was du in der letzten Stunde vor dem zu Bett gehen machst. Was liest du? Was schaust du dir im Fernsehen an? Was isst und trinkst du? Gebe deinen Nerven die Möglichkeit sich langsam auf die Nachtruhe einzustellen.
  3. Schaffe dir eine ruhige Umgebung. Mache alle Lichter aus (auch die kleinen), minimiere Geräusche, sorge für frische Luft, versuche nicht mit dem Blick zur Türe zu schlafen.
  4. Eine Meditation, z.B. die 10 Minuten Meditation, die es diesen Monat für dich gibt, ist auch ein schöner Einstieg in einen erholsamen Schlaf.

  2. Zieh deine Schuhe aus 

Deine Füße geben sehr viele Informationen an dein Nervensystem zurück und das braucht es auch, da dein Nervensystem darauf ausgelegt ist dich zu beschützen. Wenn du auf einem unebenen Untergrund läufst, steuert dein Nervensystem die Muskulatur so an, dass noch mehr Stabilität aufgebaut wird. Das Nervensystem ist wie eine besorgte Mutter, die immer wissen möchte, was ihr Kind gerade tut. Wenn du also barfuß unterwegs bist und die Kommunikation sehr direkt und gut läuft, ist dein Nervensystem beruhigt. Vielleicht hast du auch schonmal von der Fußreflexzonen Therapie gehört. Deine Füße sind voll mit Nervenendigungen (nicht ohne Grund sind die meisten Menschen da sehr kitzelig) und diese wollen stimuliert werden. Also: Auf der Matte immer barfuß üben 🙂 

3. Bewegung und Dehnung:

Bewegung macht dich nicht nur körperlich müde, sodass du gut schlafen kannst, nein sie führt auch zu der Produktion von Glückshormonen. Der Vorteil am Yoga ist, dass du Bewegung zusätzlich mit Dehnung verbindest. Ein Spaziergang ist zwar auch gut, besonders an der frischen Luft, aber dein Nervensystem wird durch sanfte Dehnung nochmal ganz anders stimuliert. Auch hier ist die Grundlage wieder, dass dein Körper an dein Nervensystem zurück kommuniziert. Dehnen signalisiert: Es ist alles gut, ich bin frei und kann mich ausdehnen. Hierzu wird es in der Woche der Sonnengrüße noch nähere Informationen geben. Du kannst dich drauf freuen!

4. Meditation 

Meditation ist ein sehr großes Thema und bekommt daher seine ganz eigene Woche. Sei gespannt!

5. Lesen und Schreiben 

Lesen kann sehr meditativ sein, da man sich im besten Fall nur auf eine Sache konzentriert. Je nach Inhalt kann es zwar auch aufwühlend oder bedrückend sein, aber dennoch ist dein Nervensystem nur mit einer Sache beschäftigt und diesen Luxus hat es nicht oft. Beim schreiben ist besonders das aufschreiben von Gefühlen und Gedanken gemeint. Ganz klassisch wie ein Tagebuch am Abend oder die sogenannten “Morgenseiten”, bei denen man sich morgens mit Stift und Zettel hinsetzt und einfach drauf losschreibt. Diese Art von Schreiben hat eine sehr beruhigende Auswirkung auf unser Nervensystem. Es gibt einige Studien dazu, dass selbst ein Satz am Tag ausreicht, um depressive Verstimmungen zu verbessern.

6. Gefühle teilen und weinen

Du kennst bestimmt das erleichternde Gefühl, wenn du etwas, was dich bedrückt, mit anderen teilst. Ganz egal, was der andere sagt oder ob es dein Problem verändert. Das bloße Teilen von Gefühlen und Gedanken (ähnlich wie beim aufschreiben) beruhigt dein Nervensystem. Wenn du dann auch noch weinen kannst, fühlst du dich wahrscheinlich noch besser. Es ist ein Ventil, um Anspannung loszulassen. Traue dich mit anderen zu sprechen, verwundbar zu sein und auch vor ihnen zu weinen. Vielleicht bist du sogar ein Vorbild und schaffst damit eine Grundlage, sodass dein Gegenüber sich auch öffnet.

7. Musik und Vibrationen

Musik stimuliert unser Nervensystem direkt, nehmen wir mal das Anti-Beispiel eines Feueralarms: Du bleibst nicht entspannt auf dem Sofa sitzen, wenn neben dir ein lauter Alarm losgeht. Dein Nervensystem reagiert und das ist auch gut so. Andersrum reagiert es auch auf sanfte und beruhigende Töne. Klassische Musik zum Beispiel hat eine sehr beruhigende Wirkung. Im Yoga nutzen wir das singen von Mantras und des Lautes “Om” um diese Beruhigung herzustellen. Die Vibrationen die im Körper entstehen, wenn du selber singst, wirken wie Balsam für dein Nervensystem. In der Yin Stunde arbeite ich deswegen auch mit Klangschalen, da kannst du dich drauf freuen!

8. Sicherheit

Beim Thema Sicherheit muss ich immer an Babys denken. Denn egal wie alt du bist,es ändert sich nicht viel daran, wie du dich sicher fühlst. Du suchst nach einem warmen und engen Raum. Ein Beispiel dafür ist Die Decke in Savasana, der Endentspannung im Yoga. Sie dient nicht nur zur Isolierung deines warmen Körpers, sie soll dir auch ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit geben. Außerdem kann eine Umarmung von einem lieben Menschen oder dir selbst dir ein ähnliches Gefühl geben. Wenn du dich gerade nicht in eine Decke einwickeln oder umarmen lassen kannst, kann dir auch ein Mantra, wie z.B. “Ich bin in Sicherheit” oder “Ich bin sicher und geborgen” helfen. Wie genau man Matras nutzt und was sie bewirken wirst du in der kommenden Woche erfahren. 

So, jetzt lasse ich dich und dein Nervensystem in Ruhe, damit du ausprobieren kannst, welche dieser Möglichkeiten für dich funktioniert. Ich freue mich auf den Februar gemeinsam mit dir und bin mir sicher, dass du einige schöne Yoga Momente und Informationen mitnehmen kannst!

Namaste

deine Gü

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